Sie ist schon wirklich besonders - die Geschichte von Maria Lazars Theaterstück »Der blinde Passagier«. Ende der 1930er Jahre im dänischen Exil geschrieben, war es lange verschollen und wurde erst 2022 in einer verschlossenen Kiste in England wiederentdeckt. Nun kommt es auf die große Bühne des Schauspielhauses.
Beim VorOrt am Sonntag, 11. Januar, gab das Kreativteam um Regisseur und Bühnenbildner Malte Kreutzfeldt, Dramaturg Jens Paulsen sowie die Ensemblemitglieder Marko Gebbert (Hartmann), Fayola Schönrock (Nina) und Tristan Taubert (Carl) spannende Einblicke in die kommende Inszenierung. In deren Zentrum steht die bewegende Geschichte eines jüdischen Arztes, der Zuflucht auf einem Postschiff findet - und damit eine scheinbar stabile Familienstruktur gehörig ins Wanken bringt.
Dass das Werk ausgerechnet jetzt wiederentdeckt wurde, bezeichnete Malte Kreutzfeldt als »Schicksal«. Denn die darin behandelten Themen seien heute wieder erschreckend präsent und »so groß und wichtig, dass man sich ihnen immer und immer wieder nähern muss«. Anschaulich berichtete das Kreativteam über die unterschiedlichen Persönlichkeitstypen und -entwicklungen, die hier auf engstem Raum aufeinanderstoßen. Einige Szenenausschnitte und vorgetragene Gedichte von Maria Lazar rundeten die Veranstaltung stimmig ab.
Premiere ist am 16. Januar.
In Zusammenarbeit des Theater Kiel mit der Gesellschaft der Freunde des Theaters in Kiel e.V.